Klaviatur
Cembalo

Musikinstrumente allgemein

Dabei handelt es sich um Geräte, mit denen man einen musikalisch verwertbaren Schall, also Töne, Klänge und Geräusche erzeugen kann. Die Herren E. M. von Hornborstel und C. Sachs teilen die Musikinstrumente in die folgende Systematik auf:

  • Idiophone (Selbstklinger)
  • Membranophone (Fellklinger)
  • Chordophone (Saitenklinger)
  • Aerophone (Luftklinger)
  • Elektrophone (elektronische Musikinstrumente).

Die lückenhafte Überlieferung durch Funde erlaubt es nicht, die Entstehung der Musikinstrumente im Einzelnen zu datieren. So entstanden laut der Theorie von C. Sachs in der prähistorischen Zeit Schlagidiophone, in der Altsteinzeit Schwirrholz, Flöte und Tubushorn und in der Jungsteinzeit Grifflochflöte, einfellige Trommel, Xylophon und Rohrblattpfeife. Seit der Jungsteinzeit verfügen die Musikinstrumente über wechselnde Tonhöhen.

Wahrscheinlich über die Etrusker und Kelten gelangten Harfen, Leiern und Hörner ins mittelalterliche Europa. Aus dem Orient gelangten weitere für die Folgezeit wichtige Musikinstrumente, wie Orgel, Fiedel, Rebec, Laute, Schalmei und Trompete. Eine bedingte Neuerung der Musikinstrumente war die Einführung von Tasten bei Saiteninstrumenten, wodurch spätestens im 14. Jh. über das Monochord die Frühformen von Klavichord und Cembalo entstanden.

© 1998 Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG

Cembalo

Das Cembalo

Dabei handelt es sich um ein Tasteninstrument mit Zupfmechanik, das im 16. bis 18.Jh. als Solo- und Generalbassinstrument weit verbreitet war. Es entstand um 1350 durch Anbringen von Tasten am Psalterium. Die Drahtsaiten des Cembalo wurden durch Rabenfederkiele, später durch Leder- oder Kunststoffkiele angerissen. Das Cembalo hat einen mehrchörigen Bezug, der im Sinn der Orgel als 4-, 8- oder 16- Fuß gestimmt ist und wahlweise durch Registerzüge eingeschaltet sowie häufig von zwei Klaviaturen aus bedient werden kann. Weitere Züge ermöglichen Dämpfungen (Lautenzug) oder Umfärbungen (z.B. Harfenzug) des Tones.

Die Klaviatur umfasst 4 1/2 bis 5 Oktaven. Das Cembalo wurde um 1750 durch das Hammerklavier abgelöst.

© 1998 Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG

Klavier

Das Klavier

Unter diesem Sammelbegriff wurden seit dem 18 Jahrhundert die Tasteninstrumente zusammengefaßt, deren Saiten durch Hämmerchen (Hammerklavier) angeschlagen werden.
Auf Grund der der Möglichkeit des Laut-leise-Spiels auch Pianoforte oder Fortepiano genannt.

Über den tonverstärkenden und -abstrahlenden Resonanzboden, der auf einem Balkengefüge ruht, läuft der Saitenbezug. Die Schwingungen der Metallsaiten werden durch den Steg auf den Resonanzboden übertragen. Die Saiten werden in dem früher hölzernen, heute gusseisernen Rahmen gespannt, indem man sie auf der einen Seite in Stifte einhängt, auf der anderen durch die im Stimmstock (Hartholz oder Metall) sitzenden Stimmwirbel anzieht.

Ursprünglich entsprach jedem Ton eine Saite. Der Bezug ist heute chörig, d.h., außer bei den tiefsten Tönen gehören jeweils zwei oder drei Saiten zu je einem Ton. Der Umfang des Klavier reichte zuerst von C bis f4, er wurde immer mehr erweitert und ist jetzt mit über sieben Oktaven genormt (2Aþa4 beim Pianino, 2Aþc5 beim Flügel).

Der zwischen Tasten und Saiten liegende Teil des Klaviers wird Mechanik genannt. Die um 1775 von J.A. Stein entwickelte Prellmechanik (dt. oder Wiener Mechanik) prägte das ganze 19. Jh. hindurch den Wiener Klavierbau. Endgültig setzte sich jedoch die im Prinzip schon bei B. Cristofori vorhandene, durch Broadwood & Sons gebaute Stoßmechanik (engl. Mechanik) durch.
Wird bei dieser die Taste vorn niedergedrückt, so hebt sie hinten den Stößer, der in die Hammernuss greift, den Hammer (Hammerkopf) gegen die Saite schleudert und gleichzeitig ausrastet, so dass der Hammer zurückfallen kann. Bei der von S. Érard vor 1821 entwickelten Repetitionsmechanik fängt der Stößer den Hammer nach dem Anschlag in einer zweiten Kerbe auf. Dadurch kann der Ton repetiert (wiederholt) werden, ohne dass die Taste erst ganz in die Ausgangsstellung zurückkehren muss.
Alle Saiten des Klavier, außer den höchsten, haben je einen Dämpfer, der beim Anschlag emporgehoben, beim Freilassen der Taste wieder gegengedrückt wird.

Der rechte Fußhebel (Fortepedal) ermöglicht eine ständige Aufhebung aller Dämpfer. Durch das linke Pedal (Pianopedal, Verschiebung) kann beim Flügel die Mechanik etwas verschoben werden, so dass von den chörigen Saiten je eine weniger angeschlagen wird, beim Pianino rückt es die Hämmer näher an die Saiten.

Das Hammerklavier wurde 1709 durch B. Cristofori erfunden. Die äußere Form wurde zunächst vom Cembalo übernommen.

Neben diesem noch heute gebräuchlichen, Flügel genannten Typ, kam 1742 das dem Klavichord nachgestaltete, inzwischen verschwundene, rechteckige Tafelklavier auf. Das schlechthin Klavier genannte Instrument mit senkrechtem Saitenbezug und Resonanzboden (Pianino) hat sich um 1800 aus dem Pyramidenklavier entwickelt.
Die seit etwa 1850 vorgenommenen technisch-klanglichen Verbesserungen haben am Wesen des Klaviers nichts mehr ändern können.

Seit etwa 1980 werden auch digitale Klaviere gebaut. Sie basieren auf der elektronischen Speicherung und Umwandlung analoger Klänge in digitale Werte, die auf Tastendruck abgerufen und, in analoge Signale zurück verwandelt, über Lautsprecher wiedergegeben werden.

© 1998 Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG